Aerogel-Dämmstoffe

Um einen Überblick über die Anwendung von Aerogel-Dämmstoffe im Schweizer Bauwesen zu gewinnen, wurden Gespräche mit Herstellern, Vertreibern und Verarbeitern im Bauwesen geführt. Die durch die Gespräche gewonnenen Informationen wurden durch die Recherche von Online-Publikationen und Publikationen in wissenschaftlichen Fachzeitschriften abgeglichen und erweitert. Auf diese Art wurde eine Reihe von Aerogel-Materialien identifiziert, welche in der Schweiz erhältlich sind und hier angewendet werden. Es wurden die verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten der so gefundenen Materialien ermittelt und beschrieben. Weiterhin wurden die wichtigsten bauphysikalischen Eigenschaften dieser Produkte aus den Herstellerdokumentationen zusammengeführt. Schliesslich liessen sich fünf Materialgruppen identifizieren, welche die Materialien aufgrund ihrer Eigenschaften und möglichen Anwendungen kategorisieren.

Anwendungsbeispiele für Aerogel-Dämmstoffe

Für jede der bestimmten Materialgruppen wurde mindestens ein Beispiel einer Anwendung in der Schweiz dokumentiert. Diese wurden entweder bei den Produktherstellern oder ausführenden Firmen in Erfahrung gebracht. Es wurde dabei ermittelt, welche bauliche Anforderungen zur Auswahl eines Aerogel-Dämmstoffes führten. Weiterhin wurde bei Sanierungen die Verbesserung der thermischen Hülle im Vergleich zur Situation vor der Sanierung approximativ quantifiziert. Die Beispiele veranschaulichen, in welchen Situationen sich die Verwendung von Aerogel trotz des hohen Preises lohnt.

Wirtschaftlichkeit von Aerogel-Dämmung

Da alle Aerogel-basierten Materialien durch hohe Herstellungs- und Marktpreise charakterisiert sind, wurde schliesslich aufgezeigt, in welchen Anwendungen Aerogel-Materialien einen finanziellen Mehrwert ermöglichen und wie hoch dieser in einem typischen Beispiel unter vereinfachten Annahmen ist. Dabei wurde ein städtischer Neubau in massiver Bauweise in zwei verschiedenen Ausführungen betrachtet: einmal mit einem konventionellen WDVS mit Mineralwolle als Dämmung der Fassade und als zweites mit einem Aerogel-WDVS. Die Dämmung wurde auf einen U-Wert von 0.2 W/(m2·K) ausgelegt. Für die Gebäudegeometrie wurde eine Stockwerkshöhe von 3 m, ein Fensteranteil an der Fassade von 30% und bei beiden Varianten identische Aussenmasse des Gebäudes angesetzt. Es wurden die Kostendifferenz der beiden Materialien Mineralwolle und Aerogel, sowie die Grösse des zusätzlich entstandenen Raums für den Fall der Aerogel-Dämmung berechnet.